Warum Biene Maja noch keinen Early-Adapter-Cow-Deal abschliesst

Aus dem CAS Innovation Management der HWZ berichten Patrik Keller und Samuel Hefti.

Laut Fabian Riesen von Cisco gibt es zwei Varianten Innovationsprojekte zu lancieren die zum Erfolg führen. Man würfelt ein Team zusammen, drückt ihnen bunte Farbstifte und Zettel in die Hand, ein Biene Maja-Kostüm und lässt sie über die Wiese hüpfen – in der Hoffnung, grandiose Ideen kommen durch den forcierten Tapetenwechsel zum Vorschein. Diese etwas degradierende Beschreibung von “Design Thinking” ist natürlich nur ein Teil vom ganzen Innovationsprozess. Die beiden Ingenieure Fabian Riesen und Roger Nobel wählten die zweite Variante bei Cisco: In einem nicht offiziell für Innovation organisierten Umfeld, also im Verborgenen, gleich drauflos hacken.

Ganz ohne Biene Maja-Kostüme programmierten die beiden mit ein paar Arbeitskollegen in einem verschneiten Chalet im Hasliberg eine Art Ticketing-Lösungsplattform. Später verlinkten sie mit der Lean-Startup-Methode die Plattform direkt mit Kundendaten. Dieses Unterfangen wurde im Konzern schlussendlich als grosser Erfolg verbucht. Wie war ein solcher Erfolg in einer Konzernstruktur wie der Cisco möglich?

Folgende Gründe waren ausschlaggebend:

1. Das Team
Wichtig für ein erfolgreiches Projekt ist ein gut funktionierendes, diversifiziertes Team welches sich vertraut und ergänzt. Fabian betonte sehr oft, dass dies unerlässlich für den Erfolg gewesen war. Die offene und direkte Kommunikation innerhalb des Teams, kombiniert mit der exklusiven Location eines Bergchalets, führte in der Gruppe zu einem gewissen Flow. Jedes Mitglied war sich seiner Rolle bewusst und brachte durch knallharte Arbeit das Innovationsvorhaben weiter.

2. U-Boot-Taktik
Hätte der BDB (Big Data Broker) in einem Grossunternehmen mit vielen Regulatoren innerhalb eines Standard-Projektes umgesetzt werden können? Diese Frage kann nicht abschliessend beantwortet werden. Sicher ist, dass es schwieriger und länger gedauert hätte. Darum hat das Team um Fabian Riesen die U-Boot-Taktik gewählt. Zwar hat sich das Team innerhalb des Unternehmens stets Risiken ausgesetzt, aber der Mut dieser Gratwanderung hat sich schlussendlich ausbezahlt.

3. Kunde früh an Bord holen
Ohne Kunde kein Feedback – und ohne Feedback keine Anhaltspunkte für kontinuierliche Deployments. Dies hat das Team um Fabian Riesen verstanden. Denn der Sinn und Zweck eines MVP (Minimal Viable Product) besteht darin, bereits Value für den Kunden zu generieren um Feedback zu erhalten. Einen Kunden mit auf die Reise zu nehmen und einen informellen „Early-Adapter-Cow-Deal“ abzuschliessen, ist quasi zwingend.

Photo by Jonas Svidras on Unsplash

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