Trending Trends: Was wäre wenn..?

Aus dem CAS Innovation Management der HWZ berichten Christine Zwahlen und Flavio De Roni.

Die neue Winter-Kollektion von Schuhen und Kleidern ist kürzlich in die Läden gekommen. Die Mode unterliegt saisonalen Schwankungen und Trends. Aber um diese Art von Trends geht es in diesem Beitrag nicht 🙂

Wir leben in einer schnelllebigen Welt. (Ja, viele Beiträge fangen so an…). Innovation hat zum Ziel, das Leben für die Kunden einfacher zu machen; für Unternehmen wird es dadurch aber oft komplexer. Warum also innovieren wir? Es geht darum, sich an neue Gegebenheiten und die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Darwin’s „survival of the fittest“ gilt also auch hier. Dabei ist zu beachten, dass der Markt für eine Basisanforderung oft stabil bleibt. Zum Beispiel das Haltbarmachen von Lebensmitteln: So hatten bereits die Seefahrer das Essen mit Salz gepökelt, um es für ihre Reisen haltbar zu machen. Später wurden dann Konservendosen genutzt, danach Eisklötze, das sogenannte Stangeneis, produziert. Und irgendwann war er dann da. Das nicht mehr wegzudenkende Haushaltsgerät: Der Kühlschrank. Und keiner der Anbieter schaffte den Entwicklungssprung zur nächsten «Technologie»! Kein Anbieter hatte den Trend zum Kühlschrank rechtzeitig identifiziert, geschweige denn darauf reagiert.

Was ist ein Trend? Trends beschreiben gesellschaftliche Wandlungsphänomene, eine Entwicklung von – zu. Er ist ein Instrument zur Beschreibung von Veränderungen und Strömungen in allen Bereichen der Gesellschaft. Trends lassen sich in Micro-Trends, Macro-Trends und Mega-Trends kategorisieren. Nachhaltigkeit, Industrie 4.0, Gesundheit und Automatisierung sind beispielsweise Megatrends, die sich auf alle Branchen auswirken werden. Micro-Trends beginnen im Kleinen und senden frühe Signale (Weak Signals), wohin es gehen könnte.

In der ganzen Fülle an Trends liegt die Kunst darin, die für das bestehende Geschäftsmodell relevanten Trends zu identifizieren. Nicht immer sind die Trends, die man am besten kennt, diejenigen, die die grössten Auswirkungen auf unser Unternehmen haben können. Wir müssen daher bewusst unsere unbewussten Filter ausschalten und unsere geistigen Muster durchbrechen. Disruption betrifft alle Branchen, Ignoranz wäre fahrlässig. (siehe Accenture: Wie stark sind einzelne Branchen von Disruption betroffen).

 “Trends are key, but don’t get lost with all the hypes!”

Ein neues Geschäft ist nichts, was man «machen» könnte, sondern eine Resonanz mit der Marktumgebung. Somit kann das Marktpotential eines Trends auch nicht im Voraus berechnet werden. Dennoch gibt es Möglichkeiten, anhand von Trends frühzeitig Chancen und Risiken zu erkennen. Trends sind somit Werkzeuge, um zu Innovationen zu gelangen; Schlüssel zu neuen Lösungen.

Damit wir nicht plötzlich mit Stangeneis allein dastehen, während alle – vermeintlich überraschend – einen Kühlschrank kaufen, hier 5 Tipps, wie wir Trends identifizieren können:

  1. Trendforschung kann in 3 Schritten erfolgen: 1.) Monitoring (Beobachten von Micro-Trends), 2.) Scanning (Suche nach Hinweisen), 3.) Naming des Trends (Transportieren von Botschaften)
  2. Je einfacher die Beschreibung eines Phänomens ist, desto wahrscheinlicher entwickelt es sich zu einem Trend
  3. Wenn Trendforschung im Unternehmen selbst betrieben wird, kann es schwierig sein, aus der eigenen Filterblase auszubrechen. Daher empfiehlt es sich, bei der Beobachtung möglichst viele unterschiedliche Quellen zu nutzen, seien dies Blogs, Websites, Magazine, Trendforschungsbüros oder wissenschaftliche Quellen.
  4. Trend Management kann mit einfachen Methoden betrieben werden: Anhand eines Trends verschiedene Zukunftsszenarien skizzieren; den Business Model Canvas unter Berücksichtigung eines Trends ausfüllen
  5. Technologien sind Treiber, aber keine Trends

Und sollten Sie sich nun die Frage stellen, welche Wirkung ein Trend auf Ihr Geschäftsmodell haben könnte – fragen Sie sich einfach: „Was wäre, wenn…?“

Achtung kein Trend 🙂

Photo by Stephan Henning on Unsplash

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