Soziale Innovation

Aus dem CAS Innovation Management der HWZ berichten Simone Hürlimann und Ilona Caduff.

Hanspeter, ehemaliger Informatiker für Börsensoftware, hat uns in seinem sozialen Stadtrundgang «Abwärtsspiralen und Solidarität» eindrücklich und bis unter die Haut wieder einmal bewusst gemacht, wie rasch man auch in der Schweiz durch das soziale Netz fallen kann. NGO-Organisationen wie Surprise nutzen bereits seit vielen Jahren Innovationsmanagement dafür, soziale Probleme zu lösen. Einfachste Mittel wie die Strassenzeitung von Surprise oder die sozialen Stadtrundgänge (Hinweis: übrigens auch Online-Shop mit z.B. tollen Velo-Rucksäcken als Weihnachtsgeschenk: https://www.surprise.ngo/shop/surprise-shop/!) leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, diese Menschen aufzufangen. Sie tragen in einem sehr bescheidenen, aber unglaublich wichtigen Umfang zu ihrem Lebensunterhalt, ihrer sozialen Integration und einem menschenwürdigen Dasein bei. Sei es, ein offenes Ohr und eine Tasse Kaffee anzubieten oder Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung zu offerieren.

Seit einigen Jahren hat sich das Thema «soziale Innovationen» mehr und mehr in Gesellschaft und Politik etabliert (z.B. auch in Horizon 2020: das EU-Programm für Forschung und Innovation (2014-2020): Soziale Innovation) und die öffentliche Hand stellt für soziale Innovationsprojekte Mittel zur Verfügung. Aber wie steht es denn um die Sozialverträglichkeit privatwirtschaftlicher Innovationen?

Modernes Innovationsmanagement in der Privatwirtschaft umfasst die Steigerung bzw. Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in einem unsicheren und komplexen Umfeld mit radikalem Fokus auf den Kundenwert um möglichst viel Profit zu erzielen. Mit neuen, disruptiven Geschäftsmodellen und Produkten verändern wir die Welt und dank technologischer Entwicklung sind den Ideen fast keine Grenzen mehr gesetzt. Berücksichtigen wir aber auch die Risiken, mit unseren Innovationen neue soziale Probleme zu schaffen oder bestehende Probleme zu vergrössern – die wir dann wiederum mit sozialen Innovationen lösen müssen?

Lasst uns doch die Chancen im aktuellen Innovationsumfeld nutzen, um auch die Sozialverträglichkeit unserer Innovationen zu berücksichtigen. Sind die Problemlösungs-methoden im Design Thinking nicht geradezu prädestiniert dafür, um in der Konvergenz dem Kriterium der Sozialverträglichkeit einer Problemlösung Rechnung zu tragen? Ist unser Blickfeld in der Beobachtung breit genug, um auch den sozialen Kontext zu umfassen? Wie könnten wir das Testumfeld unserer Prototypen auch auf soziale Konsequenzen erweitern?

Auch wenn wir nicht im Umfeld sozialer Innovationen tätig sind – mit systematischer Berücksichtigung der Sozialverträglichkeit unserer Innovationen könnten wir alle einen Beitrag leisten!

In diesem Sinn wünschen wir allen eine schöne Weihnachtszeit.

Photo by Nick Fewings on Unsplash

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