Vom Mindset und einer Brieftasche…

Aus dem CAS Innovation Management der HWZ berichten Manja Cronacher und Dominik Hanisch.

Design Thinking ist eine Denk- und Arbeitsweise zum Lösen von Problemen und zur Entwicklung neuer Ideen. Ziel ist dabei, Lösungen zu finden, die aus Anwendersicht (Nutzersicht) überzeugend sind. Im Gegensatz zu anderen Innovationsmethoden kann bzw. wird Design Thinking teilweise nicht als Methode oder Prozess, sondern als Ansatz beschrieben, der auf den drei gleichwertigen Grundprinzipien Team, Raum und Prozess besteht. (Quelle Wikipedia). Der Anwender wählt diejenigen Ansätze, die aus seiner Sicht machbar und sinnvoll sind. Der Fokus liegt auf dem Visualisieren und Erlebbar-Machen, indem man gemeinsam Problemstellungen analysiert und kreativ an Lösungen arbeitet.

Das Ganze ist auch eine Frage der Unternehmenskultur. Lässt man als Unternehmen Raum, um neue Dinge auszuprobieren, zu experimentieren, Fehler zu machen, Ideen zu verwerfen, die konsequente Perspektive des Kunden einzunehmen und in ungewöhnlichen Teamkonstellationen bereichsübergreifend zusammenzuarbeiten?

Ein Beispiel eines Design Thinking Ansatzes ist die Wallet Challenge. Dafür wird eine Gruppe in 2er-Teams aufgeteilt und in einer Serie von Übungen gestalten sie, gemäss den Prozessen des Design Thinking, eine verbesserte, alltagstaugliche Briefasche für den jeweiligen Teampartner. Dazu müssen die Teilnehmer unter strengen Zeitvorgaben:

  • mehr über den späteren Nutzer der Brieftasche (den anderen Teampartner) herausfinden
  • aufgrund dieser Erkenntnisse eine Reihe von Designvorschlägen entwickeln
  • die Designvorschläge dem Gegenüber präsentieren und durch ihn bewerten lassen
  • das Feedback in ein optimiertes Design einfliessen lassen und erneut testen, und schliesslich
  • die eigene Vorgehensweise zusammen mit dem Partner reflektieren

Was bei der Wallet Challenge eher als negativ angesehen werden kann, ist die Zusammenarbeit in 2er-Teams. Hierbei kommt die kollektive Intelligenz zu kurz, was für eine Lösungsfindung und Ideenentwicklung bereichernd wäre.

Trotz dieser Schwäche vermittelt die Challenge in einer Stunde erstaunlich viel anschauliches Erfahrungswissen – und ist somit für eine Einführung in Design Thinking bestens geeignet.

Photo by Kristopher Roller on Unsplash

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