SCRUM

Aus dem CAS Innovation Management der HWZ berichten Yves Gautschi und Lukas Klingler.

Im Innovationsraum der HWZ steht der Freitag vor dem 2. Adventswochenende ganz unter dem Zeichen der «Agile Entwicklung». Um auf das Thema einzustimmen, erläutert Martin in einem ersten Schritt worauf es dabei ankommt. Agile Teams zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • sie sind interdisziplinär
  • haben alle nötigen Kompetenzen, Infos und Ressourcen
  • Teammitglieder arbeiten zu 100% am Thema
  • Rang und Status der Teammitglieder spielen keine Rolle
  • sie arbeiten an wenigen Vorhaben gleichzeitig, arbeiten transparent, überprüfen regelmässig den Stand der Arbeiten und schliessen Arbeitspakete ab, bevor mit neuen begonnen wird

Dies ist die effektivste Weise Probleme zu lösen – davon werden wir dieses Wochenende überzeugt. J In einer Team-Diskussion erarbeiten wir anschliessend das «Agiles Manifest» für unsere Klasse.

Zur Auflockerung lehrt uns Peter Kruse die «8 Regeln für den totalen Stillstand».
Projekte können nach der Agilen Methode oder nach dem Wasserfallprinzip bearbeitet werden.

Das herkömmliche Prozessmodel mit Flussdiagrammen funktioniert, wenn:

  • Ziele von Anfang an klar sind
  • es keine Veränderungen während des Projekts gibt
  • man sich auf relevante Erfahrungen und Referenzen beziehen kann

Der Nachteil dieser Methode besteht darin, dass das Resultat erst am Schluss sichtbar wird und man auf dem Weg zum Ziel wenig bis gar kein Feedback erhält.

Agile Prozessorganisationen haben folgende Vorteile:

  • Nach jeder Iteration kann Feedback eingeholt werden
  • Es kann schon viel früher Umsatz und eventuell auch Gewinn gemacht werden
  • Durch regelmässiges Feedback kann das Ziel den ändernden Anforderungen optimiert werden

Agile Modelle werden eingesetzt, wenn das Ziel am Anfang nicht klar ist und keine Referenzen bekannt sind. Durch Agilität kann die Flexibilität zu einem Wettbewerbsvorteil gemacht werden. Dafür ist aber eine gute Produktarchitektur notwendig.

Agilität kann als Aneinanderreihung von vielen kleinen Projekten bezeichnet werden.

Scrum als Rahmenwerk. Die Spielregeln bestimmen wir!

Ken Schwaber und Jeff Sutherland vollbrachten das Kunststück, einen vollumfänglichen Scrum Guide in 23 A4 Seiten zu packen. Chapeau! Aber was noch beeindruckender und erfreulicher ist: mehr braucht es nicht! In agilen Unternehmen ist Scrum in aller Munde. Valentin Nowotny bezeichnet Scrum auch als Herz oder Kern der agilen Methodenwelt. Jeder hat schon davon gehört, jeder weiss was darüber zu berichten, jeder macht es anders.

Das Prinzip der agilen Systeme bringt bestechende Vorteile mit sich. Scrum ist einleuchtend, einfach zu verstehen und macht Sinn. Weshalb ist dies denn nicht längst bei allen Unternehmen eingeführt, wenn dazu lediglich dreiundzwanzig(!) Seiten zum Glück benötigt werden? Eine Antwort liefert der Scrum Guide: Scrum ist schwierig zu meistern. Leider ist es nicht getan, wenn ein bestimmter Prozess korrekt anwendet wird. Was Scrum vielmehr braucht sind gut funktionierende Teams. Und das bedeutet meistens ganz schön viel Arbeit.

Der Scrum Prozess verfolgt einen iterativen, inkrementellen Ansatz, um die Prognosesicherheit zu optimieren und Risiken zu kontrollieren. Dies gelingt durch Transparenz der Arbeit, der ständigen Überprüfung des Arbeitsfortschritts und durch Anpassung und Optimierung des Prozesses, damit sich das Team laufend verbessert.

Das Scrum Prozess Modell umfasst bestimmte Rollen und Ereignisse/Rituale. Auf die einzelnen Details wird in diesem Blog nicht weiter eingegangen. Allerdings möchten wir euch den Scrum Guide ans Herz legen. Dort findet ihr alles Wissenswerte kurz und prägnant auf den Punkt gebracht. Go for it!

Zum Abschluss noch dies: Scrum bedeutet für viele Mitarbeiter ein Mind Change. Das Commitment der Geschäftsleitung ist ein stabiles Fundament, doch muss jedes einzelne Teammitglied erst lernen Verantwortung zu übernehmen. Und das braucht bekanntlich Zeit!

Photo by Ольга Guryanova on Unsplash

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