Mit Agilität zu Innovation

Aus dem CAS Innovation Management der HWZ berichten Marius Rüfenacht und Roman Fae.

Business Innovation setzt Scrum-Methodik voraus und ist heute im Projektmanagement gar nicht mehr wegzudenken. Das Beispiel mit dem Stafettenlauf fand ich sehr bezeichnend: Was passiert, wenn ein Stab nicht übergeben werden kann? Beim klassischen Projektmanagement werden Projekte genauso umgesetzt wie geplant. Wenn in einem Projekt, wie beim Beispiel des Stafettenlaufs etwas dazwischenkommt, dann kommt alles ins Stocken. Es lässt eine adaptive Entwicklung schwer bzw. überhaupt nicht zu, und die nachgelagerten Arbeitspakete bleiben liegen. Dies führt zu Verzögerungen und verursacht Unsicherheiten im gesamten Projektverlauf. Scrum hingegen lässt das individuelle, geordnete und dynamische Arbeiten zu und hilft dem Unternehmen zu einer agileren Arbeitsweise. Durch die klare Rollenverteilung und das freie Arbeiten des Teams, kommt man weg von starren Strukturen ohne unstrukturiert zu sein. Zudem lässt Agilität Spielraum für Kreativität zu. Dies wiederum steigert die Motivation der Projektmitarbeiter und steuert zur Effizienz- und Effektivitätssteigerung sowie Qualität bei. Diese positiven Effekte werden im Scrum erreicht, weil das Produkt während des Umsetzungs­prozesses laufend angepasst und entwickelt wird, wohingegen beim klassischen Projekt­management das Produkt am Ende entsteht und keine Veränderungen während des Projektverlaufs erlaubt.

Roman: Marius, hast du vor dem heutigen Tag schon mal was von Scrum gehört?

Marius: Ja, Scrum wird bei uns in der Softwareentwicklung angewendet. Viel mehr als der Name für eine agile Methode war mir aber bis zum heutigen Tag nicht bekannt. Heute habe ich gelernt, wie der Prozess, die Rollen und Aufgaben definiert sind. Und du Roman, könntest du dir vorstellen Scrum in deinem Arbeitsalltag zu verwenden?

Roman: Ich finde den Ansatz sehr interessant – bei meiner täglichen Arbeit im Sales kann ich mir eine Anwendung aber schwer vorstellen. Wir haben zu wenige projektbasierte als vielmehr individuelle Arbeitsabläufe, die eine sinnvolle Anwendung verlangen oder zulassen. Wo ich mir dies durchaus vorstellen könnte, ist bei innovativen Projekten in den Bereichen Produkte wie auch Dienstleistungen. Die Scrum-Methode unterstützt meines Erachtens dem heutigen Wandel Schritt zu halten.

Marius, hast du nun vor Scrum anzuwenden und wo würdest du die Schwierigkeiten einer Einführung in deinem Arbeitsumfeld sehen?

Marius: Im Umfeld der Hardware Entwicklung müssen wir wahrscheinlich zuerst lernen, welche Teile aus der Methode übernommen werden können und welche wir adaptieren müssen. Für das Team ist diese Methode neu und braucht daher eine Angewöhnungsphase. Für einen Piloten müsste man sich ein einfaches Projekt und entsprechend geeignete Personen fürs Scrum Team aussuchen.

Ich habe heute aber auch gelernt, dass die klassische Wasserfallmethode nicht zwingend falsch sein muss. Man sollte situativ die passende Methode anwenden. Dafür hilft die Sicht der 3 Arten von Arbeiten: «Arbeiten nach Plan» des Handwerkers, «Plan erstellen» als Ingenieur und «Wissen erarbeiten» als Forscher. Aber es würde mich schon reizen, einen Versuch mit Scrum zu starten…

Was nimmst du aus der heutigen Vorlesung mit?

Roman: Durch den umfangreichen Theorieteil sowie Austausch innerhalb der Klasse über das Thema, hat mich vor allem die Thematik „Autonomie des Scrum-Teams“ beeindruckt. Obwohl man durch den geregelten Ablauf als PM die Kontrolle hat, gibt der Scrum-Ansatz dem Team viel Spielraum und Freiheit. Dies wiederum motiviert und wird sich auf die Arbeitsmoral, Qualität sowie den Projekterfolg auswirken. Ich finde es ein sehr spannendes Instrument, welches ich zukünftig, wo sinnvoll, sicherlich anwenden werde.

„Wir ändern etwas, wenn es notwendig ist. Und notwendig ist es immer“
Rainer Grau, Head Business Development Digitec Galaxus AG

Am Nachmittag hat uns Rainer Grau vorgestellt, wie bei der Digitec Galaxus AG Agilität mit Lean Management verbunden und umgesetzt wird. Dafür brauche es mehr als ein Scrum-guide. Entscheidend sei, die passenden Elemente aus einem Framework für sein Unternehmen zu verwenden. Dafür gebe es kein Allgemeinrezept.

Mir hat die Definition von Agilität, «Die Fähigkeit sich schnell zu bewegen und dabei die Richtung zu wechseln ohne die Kontrolle zu verlieren» sehr gut gefallen.

Photo by Braden Collum on Unsplash

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