Mein bestes Projekt

Aus dem CAS Innovation Management der HWZ berichten Mirko Carlesso und Andreas Kamm.

Das Thema Agile Entwicklung hat uns am Freitag, 7. September den Vormittag hindurch beschäftigt. Dabei ging es anfänglich darum festzuhalten, welche positiven und negativen Erfahrungen wir mit Projekten gemacht haben. So sind uns folgende Faktoren als positiv aufgefallen:

  • Aktive Kommunikation
  • Gute Planung und Kontrolle
  • Personen, die selbständiges Arbeiten gewohnt sind
  • Gutes Fachwissen
  • Einsatz von Prototypen
  • Leute, die als Dolmetscher zwischen Fachabteilung und IT vermitteln können

Wir haben auch festgestellt, dass das Projektgeschäft stark Personen abhängig ist. Auf der negativen Seite sind uns mehr als doppelt so viele Punkte eingefallen. Hier ein Auszug der wichtigsten Punkte:

  • Auftrag und Ziel unklar oder fehlende Analyse – man arbeitet mit Annahmen, die nicht validiert werden
  • Zu wenige oder die falschen Ressourcen sowie wechselnde Teams
  • Stakeholder mit falschen Erwartungen oder fehlendem Engagement
  • Aufgaben mit Verantwortung, aber fehlender Kompetenz
  • Fehlender Fokus: zu viele Projekte in parallel
  • Sprachlicher Gap zwischen Fachabteilung und Entwicklung
  • Lösungen wurde durchgeboxt, trotz neuer Erkenntnissen

Daraus haben wir Erfolgs- und Misserfolgsregeln abgeleitet. Dabei haben wir schnell gemerkt, dass die Punkte alle in das Framework der Agilität eingeflossen sind.

Wir haben gemerkt, dass in einer Taskforce bereits heute unbewusst agil gearbeitet wird: Es gibt nur einen Projektleiter mit einer klaren Fokussierung und Priorisierung. Der Auftrag ist klar und es sind alle relevanten, funktionsübergreifenden Leute in einem Raum, um effizient zu arbeiten. Als Beispiel wurde der Kriesenstab des Bondo Bergsturzes erwähnt (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bergsturz_von_Bondo). Zu Spitzenzeiten waren bis zu 15 Personen im Stab mit bis zu 3 Meetings am Tag. Der Führungsstab hatte alle Kompetenzen, die er brauchte. Alle Mitglieder agierten auf Augenhöhe – es gab keine dummen Fragen. Man suchte aktiv nach Lösungen, nicht nach Problemen. Agilität kann man also definieren als hochgradig strukturiert, verbindlich, geregelt und transparent. Dabei ist weniger mehr. Weniger parallele, kleinere Projekte führen zu schnelleren Resultaten bei gleichzeitig weniger Risiken. Die Logik baut dabei auf der Warteschlangen-Theorie auf, welches mathematisch belegt, dass mit zunehmender Auslastung die Dauer der Warteschlange ab einem Punkt exponentiell zunimmt.

Daraus ergibt sich, dass man besser mit einem kontrollierten Backlog arbeitet und kleinere Projekte mit dem richtig bestückten Team (fachlich relevante Personen, überschaubare Anzahl an Personen) vorantreibt und erst dann neue Projekte startet, wenn bestehende Projekte abgeschlossen sind. Die folgende Grafik zeigt das Prinzip auf:

Company Factory am Nachmittag

Am Nachmittag hat uns Beat Scheidegger über das Startup „Company Factory“ berichtet. Es wurde aus der Unternehmung „Bodenschatz“ heraus gegründet, um die „Digitale Transformation“ zu meistern. Der Kundenstamm wurde jedoch sehr schnell grösser, da auch andere KMU’s das Bedürfnis nach Unterstützung hatten.

Nach einer kurzen Einführung mit Hintergrund Informationen zu einer Vertriebsfirma für Werbeartikel, bei welcher der Inhaber im Unterricht anwesend war, hatten wir den Auftrag erhalten, konkrete Lösungsansätze und nächste Schritte in der digitalen Transformation zu erarbeiten. Unsere Aufgabe bestand darin aufzuzeigen, wie bei dem Aufbau einer Vermittlungsplattform zwischen Bestellern und Herstellern von Werbeartikel vorzugehen ist. Unter Zeitdruck haben wir entsprechende Lösungsoptionen und Vorgehen erarbeitet, welche den Inhaber rege interessiert haben. Zeitdruck entstand insbesondere deshalb, da wir uns um 15:30 Uhr für eine Firmenbesichtigung auf den Weg zu Google machten.

Google und Apéro am Abend

Unsere Studienkollegin Sabrina hatte für uns eine Führung bei Google organisiert. Die Führung war Teil unseres Social-Events und hat uns einen ersten Einblick in das Innenleben eines Softwaregiganten aus dem Silicon-Valley ermöglicht. Hangen geblieben ist uns dabei vor allem, was Google seinen Mitarbeitern alles gratis zur Verfügung stellt und dass die Mitarbeiter eher jung sind. Die Führung hat dabei bestens zu unserem CAS gepasst, da Google als Innovationsführer gilt und agile Entwicklung und den Startup-Geist noch immer ausgiebig lebt.

Den Abend haben wir anschliessend bei einem reichhaltigen Apéro in der Rösterei ausklingen lassen.

Photo by lalo Hernandez on Unsplash

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