Start Up with Lean Innovation

Aus dem CAS Innovation Management der HWZ berichten Robyn Stünzi und Tobias Britt.

Start-Up: Business-Plan versus Experimentieren und Testen

Ist es wichtiger einen Business-Plan zu erstellen oder an der eigenen Idee zu experimentieren?

Der klassische ausführliche Business-Plan dient vor allem dazu, von Geldgebern Unterstützung zu erhalten. In der Anfangsphase eines Start-Ups ist steht aber vor allem die ressourcenarme Entwicklung des Produkts oder der Dienstleistung im Mittelpunkt (Lean Start-Up). Erst wenn die Lösung sowohl zum Problem als auch zu den Kunden passt und sich damit Geld verdienen lässt, steht das Wachstum und damit Investitionen im Vordergrund.

Die Antwort zur obigen Frage lautet: beides! Mit dem Lean Canvas gibt es einen Business-Plan, der auf den Punkt gebracht ist und sich laufend anpassen kann.

Lean Canvas

Der Lean Canvas von Ash Maurya richtet sich hauptsächlich an Entrepreneure und Start-Ups, denn er fokussiert sich auf die Start- und Lernphase eines neuen Unternehmens:

LeanCanvasWhere

Der Lean Canvas von Ash Maurya (https://leanstack.com/why-lean-canvas) ist eine Modifikation von dem zuvor in diesem Studiengang gelernten Business Model Canvas von Alex Osterwalder (http://businessmodelgeneration.com/canvas/bmc).

leancanvas

Business Model Canvas versus Lean Canvas

what_changed

Ash Maurya begründet die neuen Kategorien wie folgt:
Die Identifikation des Problems ist für ihn zentral. Wenn die Lösung ein nicht vorhandenes Problem löst, wird sie keine Kunden finden. Die Solution explizit zu benennen, soll daran erinnern, dass auch diese durch Testen angepasst werden kann. Die Key Metrics zeigt die Messgrösse, auf die man sich fokussieren will. Eine Flut von Messgrössen oder die falschen Messgrössen zu verfolgen, kann fatal enden. Die Key Metrics ändert sich im Lauf der Zeit. Zuerst sollte sie den Wert einer Lösung verbessern und sich später dann eher auf das Wachstum konzentrieren. Der Unfair Advantage thematisiert den eigenen Wettbewerbsvorteil. Es ist wichtig sich diesem bewusst zu widmen, damit andere die Lösung nicht einfach kopieren können.

Aus diesen Gründen strich Ash Maurya bestehende Kategorien:
Die Key Activities und Key Ressources repräsentieren in seinen Augen eher eine Aussensicht. Sie helfen anderen, die Aktivitäten eines Unternehmens zu verstehen. Ausserdem sind sie in anderen Feldern mitenthalten. Die Key Activities können nach der Testphase aus der Solution abgeleitet werden. Die Key Ressources sind Bestandteile des Unfair Advantage. Die Customer Relationships hat er entfernt, denn er bevorzugt den direkten Weg zum Kunden. Sobald die Solution und das Costumer Segment klar sind, ist der passende Weg zum Kunden identifizierbar. Dazu ist das Feld Channels geeignet. Key Partners können für ein Start-Up wichtig sein, aber: „When you are an unknown startup with an untested product, pursuing key partnerships from day one can be a form of waste“.

Mehr dazu:
Running Lean (Buch von Ash Maurya)
https://leanstack.com/why-lean-canvas
https://canvanizer.com/how-to-use/business-model-canvas-vs-lean-canvas

Solution Bias oder die rosarote Brille

Als Unternehmer ist man verliebt in die eigene Lösung:

SolutionBias

Aus diesem Grund besteht die Gefahr, dass man Anzeichen für eine Anpassung der Lösung ignoriert. Im schlimmsten Fall entwickelt man an den Kunden vorbei oder löst ein Problem, das niemand hat.

Merke:
Deine Lösung ist NICHT das Produkt! Dein Business Model ist das Produkt!
Wenn die Innovators und Early Adopters nicht kaufen, werden alle anderen auch nie kaufen!

Systematisch testen und lernen

Die drei Phasen eines Lean Start-Ups

LeanStartup

Pivot versus Optimierung

RunningLean

Phase 1 und 2: Der Begriff Pivot bezeichnet das Ändern der Richtung für ein Start-Up in der Lernphase. Beim Pivot geht es darum einen funktionierenden Plan zu finden.
Phase 3: Bei der Optimierung geht es darum, den funktionierenden Plan anzukurbeln.

Build-Measure-Learn

BuildMeasureLearn

Minimum Viable Product (MVP)
Repräsentation oder Prototyp einer Lösung um die Validität einer Hypothese oder Annahme zu prüfen (viable = lebensfähig). Mögliche MVPs sind:
– Prototyp
– Mock-Up
– Verkaufspräsentation
– Konzept

Lernen und Anpassen durch Feedback
Ein Feedback soll eingeholt werden, sobald ein Produkt die Fähigkeit hat, ein Feedback zu erzeugen. So können auch Varianten getestet werden. Das Feedback lässt man sofort wieder in die Entwicklung einfliessen.
Es geht darum, herauszufinden, was den Kunden bewegt:
– Gewohnheiten, ihn zurückhalten
– Auslöser, die ihn anstossen
– Ängste oder Risiken, die ihm Angst machen
– Attribute, die ihn anziehen

Wichtig:
Get out of the building!
Gelerntes Dokumentieren
Laufendes Anpassen des Lean Canvas


Gastreferat: The Lean Innovation Book – How to write a book the lean way

Gastdozent David Griesbach berichtet über Projekt. Er verfasst ein Buch über Lean Innnovation in etablierten Unternehmen.

TheLeanInnovationBook

Die Hauptprobleme seiner Zielgruppe sind aus seiner Sicht:
1. Old Habits
2. Existing Systems
3. Navigation

David Griesbach bezieht dabei getreu dem Ansatz Lean Innovation bereits von Beginn weg die potenziellen Leserinnen und Leser ein und passt die Inhalte den Feedbacks laufend an. Sein Vorgehen basiert somit auf:
1. Process
2. Content
3. Iteration

Weitere Informationen:
http://www.theleaninnovationbook.com
@leaninnobook


Social event @ Google

Nach dem Unterrichtstag sind wir dank einem engagierten Organisationsteam aus unserer Runde (herzlichen Dank nochmals!) zu einem Vortrag und Rundgang bei Google eingeladen.

Nachdem wir durch ein Security-Team Besucherausweise erhalten haben, erhalten wir bei einem Vortrag interessante Einblicke in die Arbeit und die Innovationsprojekte von Google.

Die zehn Grundsätze von Google: https://www.google.ch/intl/de/about/company/philosophy

Innovation – The self-driving bicycle: https://www.youtube.com/watch?v=LSZPNwZex9s

Danach dürfen wir die Arbeits-, Essens- und Themenräume (Lego, James Bond, Western und co.) besichtigen. Den Besuch bei Google lassen wir bei einem Apéro ausklingen, bevor wir zum gemeinsamen Nachtessen weiterziehen.

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