Hausmeister als Chef

Aus dem CAS Innovation Management der HWZ berichten Urs Steiner und Benjamin Walder.

Im Ausbildungsblock zum Thema «Agile Development» durften wir am Freitag in die Welt von SCRUM eintauchen. Alle Kursteilnehmer, die sich bisher gewöhnt waren ihre Projekte einen Wasserfall herunterplätschern zu lassen, mussten sich plötzlich mit Rugby auseinandersetzen. Als ob dies nicht genug wäre, flogen uns Begriffe wie «SCRUM Master» oder «Product Owner» (hiesst der bisher nicht Product Manager?) um die Ohren. Dabei ist das ganze gar nicht so schwierig zu verstehen.

Die wichtigsten Rollen im SCRUM sind:

  1. Entwicklungsteam: Zuständig für die Erstellung des gewünschten Produktes sowie der Einhaltung der Qualitätsanforderungen sowie der (selbst festgelegten) Teilziele (Sprints).
  2. Scrum Master: Kein Projektleiter, sondern dafür zuständig, dass die Mitglieder des Entwicklungsteams sich auf ihre Arbeit konzentrieren können. Er ist somit eher ein Facility Manager und kein Teamleiter.
  3. Product Owner: Hat die Vision zum Produkt und legt dessen Eigenschaften fest. Ist zudem zuständig für die Priorisierung der einzelnen Teilschritte und die Verbindung zu den Stakeholdern im Unternehmen.

Weitere Rollen im SCRUM spielen der Kunde (Auftraggeber und Bezahler der Projektentwicklung), der User (Anwender des Produktes) sowie der Manager (notwendig für die Erhaltung der Organisation).

Die Ereignisse im SCRUM sind (stark zusammengefasst):

  1. Estimation Meeting: Das Entwicklungsteam schätzt den Arbeitsaufwand für das in Teilbereiche aufgesplittete Produkt. Dabei steht der Product Owner für Fragen zur Verfügung.
  2. Sprint Planning Meeting #1: Vermittlung des vom End User gewünschten Inhaltes (WAS) an das Entwicklungsteam.
  3. Sprint Planning Meeting #2: Entwicklung einer Lösung, wie das Entwicklungsteam den gewünschten Inhalt erarbeiten soll.
  4. Daily SCRUM: Tägliches Meeting zur Planung und Koordination der Aktivitäten.
  5. Sprint Review: Vorstellung des Ergebnisses (eines Teilbereiches) an den End User (Fokus: WAS).
  6. Sprint Retrospektive: Gemeinsame Besprechung der Zusammenarbeit (Fokus: WIE).

Nachdem wir am Vormittag das Modell in der Theorie gelernt hatten, durften wir am Nachmittag von Rainer Grau (Head Business Development Digitec Galaxus AG) erfahren, wie der grösste Schweizer Onlinehändler (www.galaxus.ch/de/Wiki/528) sich in den letzten Jahren entwickelt hat und SCRUM in der Praxis anwendet. Faszinierend hierbei zu sehen und hören war, dass praktisch das ganze Unternehmen nach Scrum, Kaizen und Kanban arbeitet und viel vor Ort visualisiert wird. Sogar die Kunden dürfen vor das Kanban-Board stehen; das nennen wir mal Transparenz!

Als ob der bisherige Verlauf des Tages nicht bereits genügend Motivation für zukünftige Projekte dargestellt hätte, folgte anschliessend ein inspirierender Besuch im Think Tank W.I.R.E. (www.thewire.ch). Nachdem unser Wissenshunger vollständig gestillt war, wendeten wir uns dem kulinarischen Wohl im Café Bebek (www.bebek.ch) zu, um diesen rundum gelungenen Tag ausklingen zu lassen.

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