Alles neu oder was?

Aus dem CAS Innovation Management der HWZ berichten Stefanie Wettstein und Reto Trottmann.

Freitagmorgen, 08:00, Zürich. Ein neuer Eingang (puh, gefunden!), ein neues Gebäude, ein neues Zimmer. Die Studierenden kommen langsam rein. Es ist relativ eng, komische Tische, FANCY Technik an der Front mit 2 Beamer, Smartboard und einem digitalen Hochtisch. Der Dozent versuchts sich bereits an der Technik.

Die Idee ist gut, die Umsetzung kann optimiert werden. Die Tische sind interessant, man kann mit Marker draufschreiben und alles ist magnetisch. Ich habe aber etwas Angst um meine Kreditkarten, werde diese später in einem Laden wieder testen müssen. Die Tische können auch aufgestellt und als Flipchart benutzt werden. WOW, innovativ! Leider hat es im Zimmer aber viel zu wenig Platz, dass die Studenten dies wirklich Nutzen könnten. Mehr Platz hätte der Innovationskraft und der Hitzereduktion des Unterrichtstages sicherlich geholfen.

Die Studenten finden langsam Ihre Plätze und setzen sich. Martin ist derweil immer noch am Schwitzen, da die über den Digitaltisch bedienten Beamer und Smartboards nur bedingt funktionieren. Das System ist proprietär aufgebaut und somit nur sehr bedingt mit anderen Schnittstellen kompatibel. Alles muss über den eingebauten Rechner laufen. Schade. Neuer Innovationsraum, etwas am Ziel vorbeiinnoviert.

Der Unterricht startet mit einer kurzen Information über den aktuellen Zweitagesblock nach der Sommerpause. Freitag Theorieteil im neuen Innovationsraum der SIB, da stehen wir jetzt, innovativ. Samstag Besuch bei Cisco am Morgen und das Startup „massgekocht“ am Nachmittag. Interessanter Ausblick, wir freuen uns auf die zwei Tage.

Das Filmli des Superinnovativstartups „Yeah3000.com“ ist lustig. Nicht zu innovativ sein ist die Message. Niemand weiss was wer eigentlich genau macht, alles ist super, jung, toll und englisch. Der Bewerber hat aber keine Ahnung, um was es in diesem Startup überhaupt geht, die Mitarbeitenden wohl auch nicht.

Weiter geht es zur Definition von Startups. Die Hauptinputs sind „Jung“, „Neu“ und „Gründungsphase“. Finanziert durch die drei F: „FRIENDS – FAMILY – FOOLS“. Bestehend aus einem TEAM mit viel HERZBLUT und CHARISMA. In diesem Setup werden die potentiellen Kunden mit viel CHAOS und wenig STRUKTUR gesucht, bedient und befragt um die Startupidee weiterentwickeln zu können.

Im Zimmer wird es immer wärmer, schon nach kurzer Zeit fängt die Konzentration langsam an zu weichen. Plötzlich fallen mir die Lagermöglichkeiten für die innovativen Tische mit Gestellen auf. Integriert in die Raumwand. Finde ich gut, platzsparend, effektiv, innovativ.

Am frühen Nachmittag geht es darum eigene Startups zu planen. Sehr interessant, es finden sich schnell fünf Teams mit eigenen Startup Ideen („Wasserstoffauto mit reiner Wassertankung“, „smarter Kleiderschrank“, „smart Röntgentiefbau“, „Datenbank Ladendiebstahl“ und „Bauernhof Direktvertrieb/Verkauf“). Dafür werden zuerst ein wenig Infos gesammelt. Bald stellt uns Martin den „Lean Canvas“ vor, mit welchem wir die Strategie, die Probleme, die Kundensegmente und so weiter unseres theoretischen Startups analysieren. Übrigens kann dies von zwei Gruppen mit Whiteboard Marker direkt an die Rückwand des Zimmers gezeichnet werden. Wieder abwischbar. Coole Sache, innovatives Zimmer.

Zum Tagesabschluss wird von den Studierenden noch einmal der Tagesinhalt zusammengefasst. Gut zum Refresh, vor allem für die Themen, bei welchen die Konzentration temperaturbedingt ein wenig abgeschweift ist. Genannt wurden:

  • MVP, Prototypen, Experiment versus Pilot
  • Fokus auf das Problem nicht auf Lösung (95% Problem, 5% Lösung)
  • Lernzyklen
  • Lean Canvas, Hypothesen und deren Beweis (Wir wissen, dass wir nicht alles wissen)
  • Innovation mit Struktur (systematisch)

Vielen Dank dafür.

 

 

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